UBIK-Brille (zum abreißen)

UBIK-Brille (zum abreißen)

Stadtplan mit den Orten, an denen sich die 14 Displays befinden

Stadtplan mit den Orten, an denen sich die 14 Displays befinden

Besucherin mit UBIK-Brille vor dem Schaukasten der Kirchengemeinde

Besucherin mit UBIK-Brille vor dem Schaukasten der Kirchengemeinde

They Read - Display am Bahnhof

They Read - Display am Bahnhof

Im Rathaus (Display in der Vitrine der Partnerstädte)

Im Rathaus (Display in der Vitrine der Partnerstädte)

Im Arbeitsamt

Im Arbeitsamt

Handapparat mit den Büchern, aus denen die Zitate stammen (Stadtbibliothek)

Handapparat mit den Büchern, aus denen die Zitate stammen (Stadtbibliothek)

Im Zuge des Heidenheimer Bildhauersymposiums „Werk 04“ brachten Hörner/Antlfinger an 14 öffentlichen Orten LCD-Displays an, auf denen zunächst gar nichts zu erkennen ist.

Erst mit Hilfe einer „UBIK-Brille“, die man an verschiedenen Orten in der Stadt erwerben kann, ist es möglich, auf den Bildschirmen etwas wahrzunehmen: Es sind Zitate aus Kunst, Literatur und Philosophie, die Fragen der Wahrnehmung und der Konstruktion von Wirklichkeit zum Gegenstand haben. Die Positionen reichen von André Bretons surrealistischem Manifest bis zu Lewis Carrolls „Alice hinter den Spiegeln“, von Gilles Deleuzes und Félix Guattaris „Tausend Plateaus“ bis zu Heinz von Foersters „Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners“.

Da die Texte täglich von Ort zu Ort weiterrücken, ergeben sich immer neue Bezüge und Zusammenhänge. In den Vitrinen des Rathauses nimmt sich etwa Martin Kippenbergers Bildtitel „Ich kann beim besten Willen kein Hakenkreuz entdecken“ völlig anders aus und erweckt andere Assoziationen als vor dem Kunstmuseum. Das Umfeld gibt dem Text eine neue Bedeutung, der Text dem Umfeld. Und die jeweils entstehenden Bezüge bleiben in ständiger Bewegung, wie der Betrachter, der – mit der Spezialbrille ausgestattet – in einer Art Entdeckungsspiel die Stadt neu sehen lernt.

Auf dem Faltblatt zur „UBIK-Brille“ von „They Read / Sie Lesen“ formulieren Hörner/Antlfinger denn auch: „Anfangs konnten wir nur die Texte auf den Übungstafeln lesen. Aber schon nach weniger als einer Woche begannen wir mit der UBIK-BRILLE Dinge in unserer Umwelt wahrzunehmen, die uns zuvor verborgen waren. Wenn es so weitergeht, werden wir bald auch ohne Hilfsmittel alles klar erkennen können.”

Winfried Stürzl

1Der Begriff „UBIK“ entstammt Philip K. Dicks gleichnamigem, 1966 erschienen phantastischen Roman. Der Titel der Arbeit „They Read / Sie Lesen“ nimmt auf John Carpenters Science-Fiction-Film „They Live / Sie Leben“ (1988) Bezug, in welchem dem Protagonisten John Nada eine Spezialbrille in die Hände fällt. Sie lässt ihn erkennen, dass die Oberflächen der scheinbar realen Welt nur zur Tarnung einer wahren, schwarzweißen Oberfläche dienen: Die Welt wird von Außerirdischen regiert und ist voller (schriftlicher) Befehle und Anordnungen an das menschliche Unterbewußtsein.

 

 

 

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